Mit Wirkung vom 30. November 2009 habe ich sämtliche redaktionellen Inhalte von mir vom Netz genommen.
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Am Sonntag habe ich bei einem meiner Buntbarsche einen stark geröteten und geweiteten/geschwollenen After entdeckt. Aus der Öffnungsmitte ragten einige fadenähnliche Gebilde, die ich zunächst nicht richtig einordnen konnte. Klingt unschön, ist es auch. Eine Recherche mit den entsprechenden Symptomen lieferte allerdings schnell die Diagnose: Fräskopfwürmer.
Die gängigen Behandlungsmethoden gegen Fräskopfwürmer sind vielfältig; allen gemeinsam ist jedoch, dass sie bisweilen recht aufwendig und nebenwirkungsreich sind. So sollen beispielsweise Algen- und/oder Bakterienblüte eine der möglichen Folgen sein. Des weiteren sind die Wirkstoffe Concurat und Flubenol (Flubensazol) vom Tierarzt verschreibungspflichtig. Darüber hinaus sollen viele Tierärzte nur wenig Ahnung im Umgang mit Zierfischkrankheiten haben. Und selbst wenn der Tierarzt das Rezept rausrückt, ist noch zweifelhaft, ob der Apotheker den Wirkstoff auch freigibt.
Lange Rede, kurzer Sinn ... es war Sonntag, Arzt und Apotheker waren nur über Notdienste greifbar, ich mußte mich nach einer Alternative umsehen. Nach längerer Recherche bin ich auf das Mittel sera - Nematol gestoßen. Dieses Heilmittel ist angeblich in der Lage, die Fräskopfwürmer nach dem bei sera üblichen Behandlungsverfahren (Mittel rein, gut belüften, zeitiger und großzügiger Wasserwechseln, etc.) zu bekämpfen. Wie durch Zufall war in meinem Heimatort verkaufsoffener Sonntag und so konnte ich das Mittel im nächstgelegenen Aquaristik-Shop käuflich erwerben. Gleich nachmittags habe ich dann die Behandlung (1ml auf 40 Liter Aquariumwasser bei guter Durchlüftung) gestartet. Ich wollte noch ein Foto vom betroffenen Barschweibchen machen, aber die ist mittlerweile so scheu und fressunlustig, dass sie aus ihrem Versteck nicht mehr hervorzulocken ist.
Nach drei Stunden war keine Veränderung am den Fischen bzw. den Fräskopfwürmern zu sehen.
Nach 24 Stunden waren die Fische noch scheuer und zurückgezogener, als vor Beginn der Behandlung. Die Würmer gucken jetzt allerdings um einige Millimeter weiter aus dem Fischleib heraus und sehen zum Teil etwas zerknittert aus (wie angebrochene Äste). Die Schwellung beim Barschweibchen scheint minimal abgeklungen zu sein.
Heute, weitere 24 Stunden später (also insgesamt 48 Stunden nach Verabreichung von Nematol) sehen die Fische sehr viel besser aus und sind nicht mehr so scheu. Mein zuletzt recht lethargischer Skalar (bei dem ich äußerlich gar keinen Befall feststellen konnte) ist wieder ernergisch geworden und auch die übrigen Fische sind merklich lebhafter. Die Schwellung beim Barschweibchen ist sichtlich zurückgegangen und der Großteil der sichtbaren Fräskopfwürmer sind verschwunden. Der noch verbliebende Wurmstrang sieht zerknittert und leblos aus. Bei den übrigen, weniger stark befallenen Fischen, sieht es ähnlich aus. Ich gehe davon aus, dass der noch sichtbare Restbefall in den nächsten 24 Stunden vollständig verschwinden wird. Meine Fische haben die Behandlung gut vertragen, es gab keine Verlust, auch nicht bei Antennen- und Schwielenwelsen. Wirbellose habe ich allerdings nicht im Becken.
Heute abend folgt dann noch ein 80%iger Wasserwechsel, um Bakterienblüte zu vermeiden und Restbestände des Mittels aus dem Becken zu entfernen. Zudem werde ich über Aktivkohle filtern, sodass das Wasser bald seine ursprüngliche Qualität wiedererlangen sollte.
Gemäß Herstellerangaben (sera) ist nur eine Behandlung mit sera Nematol erforderlich, weil das Mittel sowohl die Würmer als auch die am Boden lebenden Larven gleichermaßen erledigt. Da ich meine Fische aber in den nächsten Wochen in ein neues Heim umsiedeln werde, werde ich möglicherweise noch eine zweite Kur nach Ablauf von drei Wochen durchführen, um auch die letzten Zweifel auszuräumen. 200-Liter Altbecken sind schließlich leichter zu behandeln, als 450-Liter Neubecken.
Fazit: Bislang erweist sich sera Nematol als gutes und wirksames Heilmittel gegen Fadenwürmer und Nematoden, hier speziell gegen Fräskopfwürmer (Camallanus cotti). Der Gang zum Tierarzt und zur Apotheke zwecks Beschaffung von Concurat®-L 10% ist damit in der Zukunft möglicherweise nicht mehr erforderlich. Eine abschließende Beurteilung der Behandlung kann ich erst in einigen Wochen abgeben und werde das dann an dieser Stelle tun.
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